Rechenschaftsbereicht 2011

Ein wichtiges Diskussionsthema in 2011 war für uns alle das Gesundheitsversorgungsstrukturgesetz. Das Gesetz wurde am 1. Dezember im Bundestag beschlossen und tritt am 1.1.2012 in Kraft. Dieses Gesetz wird uns somit auch im Jahr 2012 beschäftigen. Einige Punkte, mit denen sich das GKV-VStG beschäftigt:

·         Mehr Regionalisierung in einzeln Bereichen. Dies lässt bei der Ärzteschaft Hoffnung aufkeimen. Bei zunehmender Zentralisierung der Kassenlandschaft bleibt allerdings abzuwarten, in welchem Umfang regionale Besonderheiten auch verhandelbar sein werden.

·         Die Ausgabe der e-Card wird weiter fortgesetzt und soll bis Ende 2012 bei mindestens 70% der Versicherten vorhanden sein. Es ist somit davon auszugehen, dass auch die inhaltliche Entwicklung weiter voran getrieben wird.

·         Die zunehmende Alterung der Ärzteschaft veranlasst nun auch den Gesetzgeber, in diesem Gesetz Stellung zu nehmen zu den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung mobiler Versorgungskonzepte, Anreize im Vergütungssystem und Veränderungen im Bereich der Zulassung im ambulanten Bereich.

·         Die im Gesetz geregelte fachärztliche Spezialversorgung bleibt ein Thema, welches in Bezug auf die Umsetzung weiterhin hohen Diskussionsbedarf hat.

·         Änderung der Bedarfsplanung

Eins ist gewiss, ein Gesetz kann keine neuen Ärztinnen und Ärzte in die Versorgung bringen. Ein Gesetz kann die Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung schaffen, ständig verändern und weiterentwickeln. Ohne ausreichend Ärztinnen und Ärzte im Bereich der Patientenversorgung ist es jedoch nur bedrucktes Papier.

Die ständige Diskussion in der Gesundheitspolitik, die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und die geringe Halbwertszeit der Gesetze verunsichern und halten viele Studenten und Studentinnen der Medizin davon ab, nach dem Studium in der bundesdeutschen Patientenversorgung zu arbeiten.

Wir müssen die Bedenken der jungen Kollegen und Kolleginnen ernst nehmen. Wir müssen Veränderungen schaffen, die es ermöglichen, die Lebensplanung junger Ärztinnen und Ärzte mit ihrem gewählten Beruf verlässlich in Einklang zu bringen.

Wir haben eine medizinische Fakultät an der Universität des Saarlandes. Die bessere Verzahnung der saarländischen Ärzteschaft mit der Fakultät und den Studierenden bieten die Chance, das Positive unseres Berufes und unsere Region zu vermitteln.

Der Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, Angebote zur Verbundweiterbildung, Veranstaltungen der Gremien und Verbände für die PJ Studenten/innen sind einige Beispiele der Verzahnung, die bereits umgesetzt sind. Ein Mentoring-Programm für Famulaturen in saarländischen Praxen steht auf der to- do- Liste des Ärzte-Syndikates.

Die saarländische Ärzteschaft will mit diesen Angeboten Kontakte schaffen und Weiterbildung in unserer Region erleichtern und verbessern. Dies sind Möglichkeiten, die einem Ärztemangel entgegenwirken können.

Es wäre für die zukünftige medizinische Versorgung im Saarland fatal, die Medizinische Fakultät aus Kostengründen zu schließen.

Im Jahr 2011 haben Kreisvereine, Fachgruppen und Arbeitskreise des SÄS 77 Fortbildungs-veranstaltungen mit über 2000 Teilnehmern durchgeführt. An dieser Stelle möchte ich allen Organisatoren/innen und Referenten/innen für ihre Mitarbeit danken.

Eine Veranstaltung möchte ich hier beispielhaft vorstellen.

Am 20. August 2011 fand die zweite Fortbildung Ärzte / Zahnärzte statt. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit Themen, die sowohl in der ärztlichen wie auch in der zahnärztlichen Medizin einen zunehmenden Stellenwert haben.

Unsere Patienten werden älter. Sie leiden häufig an Herz-Kreislauferkrankungen, sind evtl. an Herz oder Gefäßen voroperiert oder leiden an einer oder mehreren Systemerkrankungen. Sie benötigen häufig eine antibiotische Therapie. Wann oder in welchem Maße dies als vorbeugende oder begleitende Behandlung erforderlich ist haben die Referenten aus ärztlicher und aus zahnärztlicher Sicht erläutert.

Herr Prof. Dr. G. Görge, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Saarbrücken referierte über „Endokarditisprophylaxe, Indikation, Standarts, und Leitlinien“

Herr PD Dr. Dr. J.-J. von Lindern, Arzt für MKG und plastische Operationen, Praxisklinik, Rastphuhl Krankenhaus Saarbrücken referierte über „Antibiotikaprophylaxe bei zahnärztlichen Eingriffen“.

Es war eine gut besuchte und spannende Fortbildungsveranstaltung mit anschließend reger Diskussion.

Folgende Neuwahlen wurden in 2011 durchgeführt:

Im Kreisverein Merzig-Wadern wurde Herr Dr. Rettig-Ewen zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Herr Dr. Leinen.

Die FG der Orthopäden wählte Herrn Dr. Bersal zum neuen Vorsitzenden.

In der FG der Urologen wurden Herr Dr. Bewermeier und Herr Dr. Niklas in ihren Ämtern bestätigt.

In der FG der ärztlichen Psychotherapeuten wurden Herr Dr. Wermke und Herr Dr. Maus ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt.

Der Verband der Knappschaftsärzte wählte Herrn Dr. Fischer zum Vorsitzenden und Herrn Dr. Lanzer zu seinem Stellvertreter.

Ich gratuliere allen Wieder- und Neu-Gewählten und heiße Sie in der Delegiertenversammlung des Verbandes willkommen. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Mein herzlicher Dank für die geleistete Arbeit geht an die bisherigen Amtsinhaber.

Alle Kreisvereine und Fachgruppen, bei denen in 2012 satzungsgemäß Neuwahlen anstehen, werden zeitnah von unserem Büro unterrichtet.

Der Ausflug der „Altärzte“ ging in 2011 nach Straßburg. Die Highlights dieses Tages wurden von San. Rat Dr. Kurt Jörg im Oktoberheft des Saarländischen Ärzteblattes zusammengestellt.

Der Vorstand des SÄS hat 2011 dreimal getagt.

Die Delegiertenversammlung des SÄS fand am 12.5.2011 und am 8.12.2011 statt.

Haupthemen waren der Haushalt, die geplanten Neuregelungen des GKV-VStG, die Situation der Krankenhausärztinnen und -ärzte, die geplante Änderung der saarländischen Notdienstordnung,

Möglichkeiten der besseren Werbung zur Mitgliederstärkung des Verbandes.

Die Delegierten beschlossen am 8.12.2011 einstimmig bei drei Enthaltungen den Verbleib des Verbandes in der Faktoreistraße.

Die Delegierten beschlossen in der gleichen Sitzung einstimmig, die Aktivitäten der Krankenhauskollegen und -kolleginnen bei einem evtl. erforderlichen Arbeitskampf zu unterstützen.

Die Mitgliederzahl des Verbandes betrug Ende November 2011: 1448. Etwa ein Viertel hiervon sind nicht mehr berufstätig.

Das Saarländische Ärzte-Syndikat tritt ein für die Belange der saarländischen Ärzteschaft.

Das Syndikat unterstützt und beteiligt sich an Aktivitäten, die eine flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung im Saarland auch zukünftig sicherstellen können.

Gemeinsames Handeln für gemeinsame Interessen und gemeinsame Ziele ist Anliegen und Aufgabe des Syndikats.

Hierbei ist die Unterstützung jeder Kollegin und jedes Kollegen wichtig. Aus diesem Grunde freuen wir uns über jedes neue Mitglied.

Dr. Sigrid Bitsch
Vorsitzende