Saar-Lor-Lux Treffen 2009

resize_of_p1000981Saar-Lor-Lux Treffen 
der syndicats médicaux

Seit nunmehr 24 Jahren treffen sich Vertreter der ärztlichen   Organisationen aus der Saar-Lor Lux Region. Die Treffen   finden jährlich abwechselnd in Saarbrücken, Metz und Luxemburg statt. In diesen Treffen werden aktuelle gesundheitspolitische Themen besprochen. Die Sprache der Arbeitssitzungen ist Französisch, was uns Saarländern nur geringe Probleme bereitet. Bei Bedarf kommen die mehrsprachigen luxemburger Kollegen gerne zu Hilfe. Am 16. Mai 2009 trafen wir uns in Metz. Die Luxemburger AMMD (Association des Médecins et Médecins-Dentistes) wurde vertreten durch die Kollegen Dr. Uhrig (Präsident) und Dr. Schommer (Secrétair général), die gastgebende CSMF Lorraine (Confédération des Syndicats médicaux francais) durch ihren Präsidenten Dr. Alain Prochasson und fünf weitere Kollegen, Kollegin. Das saarländische Ärztesyndikat war diesmal vertreten durch Rüdiger Guss und Dr. Sigrid Bitsch,.


Diskutiert wurde über die regional unterschiedlichen Maßnahmen des Risikomanagements und hier insbesondere über Verfahren der Risikoerkennung und Auswertung  medizinischer Behandlungen, über vorhandene gesetzliche Regelungen, Meldesysteme (die teils anonym sind), ärztliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Fortbildungsnachweise, Entschädigungs-regelungen, Umgang der Haftpflichtversicherungen bei erforderlicher Schadensregulierung usw. Es war eine interessante Diskussion, die zeigte, dass in allen drei Regionen unterschiedliche aber ähnliche Verfahren be- und genutzt werden. Das Thema ist überall aktuell.

Ein weiteres Thema war ein Gesetzesentwurf in Frankreich, der die Weichen stellt in Richtung regionale Zentralisierung und Regulierung der medizinischen Versorgung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Mit diesem Gesetz werden Niederlassungs-freiheit und Therapiefreiheit deutlich eingeschränkt. Bei unseren französischen Nachbarn finden zur Zeit intensive Verhandlungen mit den Gesundheitspolitikern statt und sie erwarten einen heißen Herbst, wenn dieses Gesetz in der vorliegenden Form verabschiedet werden sollte.

Ein weiteres Thema war die Vergütung ärztlicher Leistung. In Frankreich wird zur Zeit der Leistungskatalog überarbeitet. Die bestehende Bewertung nach CCAM (Classification Commune des Actes Medicaux) hat Verwerfungen im Bewertungsbereich gezeigt, die korrigiert werden müssen. Es ist eine vergleichbare Struktur der Bewertungsermittlung wie bei der  GOÄ Novellierung, die die Bundesärztekammer, die sich am Schweizer System TaMed orientiert, zur Zeit erarbeitet. Korrekturen und Anpassungen einer Gebührenordnung sind in bestimmten Abständen erforderlich, da z.B. neue Leistungen bewertet werden müssen und sich auch Sachkosten verändern. Die Vergütung einzelner Leistungen entspricht zwar nicht immer den Forderungen der Kollegen/innen,  ist in unseren Nachbarregionen für alle Beteiligten im System aber nachvollziehbar und transparent. Ein solch kompliziertes, unverständliches und intransparentes Vergütungssystem wie in Deutschland ist für unsere Nachbarn nicht nachvollziehbar.

Nach dreistündiger Diskussion verabschiedeten wir uns im Zentrum von Metz, wie üblich nach einem gemeinsamen und wie immer guten Mittagessen.

Das 25 Jahre - Jubiläumstreffen findet im Mai 2010 in Luxemburg statt.